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Brief Nr. 59.01
Going Global 3
Erschliessen ausländischer Märkte
Ein exportwilliges und -fähiges Unternehmen (siehe
"Fit für den Export" bei www.osec.ch)
steht vor der Frage, wie es die Marktchancen seines
Produktes im gewünschten Exportland abschätzen
kann, welche Strategie Erfolg verspricht und wie
diese Strategie vor Ort umgesetzt werden soll. Hilft
am Anfang noch die sogenannte Sekundärforschung
(oder desk research), bei der möglichst viele
Quellen erschlossen werden, die das Unternehmen mit
marktrelevanten Daten versorgen, kommt schliesslich
der Zeitpunkt, wo vor Ort im Ausland Erhebungen
durchgeführt werden müssen (Primärforschung). Und
hier beginnt die Schwierigkeit: Gibt es jemanden,
der dabei behilflich sein kann? Oftmals bestehen
persönliche Kontakte (Lieferanten, Kunden, Geschäftskollegen,
Branchenverbände, Exportorganisationen), die einem
weiterhelfen. Mit Fargate AG gibt es aber auch ein
Unternehmen, das hier entsprechende Dienstleistungen
anbietet.
Fargate
1996
gründeten Heinz Zürcher und Daniel Isler das
Pilotunternehmen Tozai Group AG zur Unterstützung
von Exportvorhaben aus der Schweiz nach Japan. 1998
entstand daraus die Fargate AG, eine Art Exportbrücke
für Schweizer KMU in ferne Märkte: Bei Fargate
sind je sieben fest angestellte Mitarbeiter und
sieben Projektleiter tätig, in rund 35 Ländern
arbeiten 100 lokale Partner für das Unternehmen.
Diese so genannten Satelliten haben in ihrem Markt
ein persönliches Beziehungsnetz und sind mit den
lokalen Gepflogenheiten vertraut. Sie sind in der
Lage, für die Kunden vor Ort Geschäftsbeziehungen
aufzubauen, wobei die Geschäfte im persönlichen
Kontakt zwischen den beteiligten Partnern entwickelt
werden. Fargate klärt für seine Kunden die
Marktchancen ihres Produktes im gewünschten
Exportland ab, erarbeitet eine Strategie und setzt
diese mit Hilfe ihrer lokalen Satelliten auch um. In
der Regel dauert es bis zum Markteintritt 6 bis 9
Monate. Nach dem Start im fremden Markt hört die
Zusammenarbeit nicht auf: Fargate unterstützt ihre
Partner weiter und garantiert persönliche Kontakte
vor Ort. Nicht zuletzt aus Eigeninteresse: Die
Honorierung der Fargate-Leistungen erfolgt
erfolgsabhängig. Das Angebot richtet sich an
Schweizer Unternehmen, mit deren Produkten sich
innert nützlicher Frist ein jährlicher Umsatz von
mindestens einer Million Franken pro Zielmarkt
erwirtschaften lässt.
Beispiel 1: Mammut tec AG
Die Mammut tec AG ist mit über 80
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der führenden
und produktivsten Hersteller von technischen
Schmaltextilien wie Bänder, Gurten, Rundschlingen,
Seile und Schnüre. Aufgrund eingehender Vorabklärungen
hat sich die Geschäftsleitung der Mammut tec AG
entschieden, den englischen Markt mit Hilfe von
Fargate zu erschliessen. Der englische
Fargate-Satellit MRE nahm das Mammut tec-Projekt in
Angriff. Rasch wurden konkrete Schritte zur
Markterschliessung eingeleitet. Bereits zwei Wochen
nach der Auftragserteilung fand in Seon ein dreitägiges
Marathon-Meeting statt. Nach Abschluss dieses
intensiven Workshops hatten Mammut tec, Fargate
sowie der englische Fargate-Satellit MRE die
notwendigen Detailkenntnisse über Ziel und Zweck
des geplanten Marktaufbaus, gegenseitiges Vertrauen
und einen klaren Plan für das weitere Vorgehen.
Der englische Fargate-Satellit stellte fest, dass
es in seinem Heimmarkt noch keinen Anbieter gibt,
der im Bereich der Schmaltextilien eine umfassende
Produktpalette anbietet. Bereits einige Wochen nach
der Auftragserteilung übermittelte der
Fargate-Satellit an Mammut tec erste konkrete
Ergebnisse, die weiterverfolgt werden.
Beispiel 2: Fritz Nauer AG
Die Fritz Nauer AG, Wolfhausen, hat das Ziel, als
weltweit tätiges Schweizer Spitzenunternehmen der
Schaumstoff-Technik für ihre neue Produktelinie
INTEGRA über Europa hinaus Absatzmärkte zu
erschliessen. Dabei braucht die Firma neben der
Beratung insbesondere auch Unterstützung bei der
Umsetzung des Projekts vor Ort, da mit guten
Produkten und einer schlagkräftigen
Exportorganisation am Schweizer Standort
Markteintritte in Asien noch lange nicht garantiert
sind. Vielmehr spielen das Verständnis der fremden
Sprache, Mentalität und Kultur im täglichen Geschäftskontakt
eine tragende Rolle. Der von Fargate eingesetzte
Satellit vor Ort ist ein wichtiger Dolmetscher und
Lehrer der fremden Kultur. In Japan betrug die Zeit
vom Projektstart bis zur umsatzbringenden Geschäftsbeziehung
rund ein Jahr. In Taiwan hingegen war der Erfolg
bereits nach zwei Monaten eingetreten. Zur Zeit sind
fünf weitere Fargate-Projekte im Gange.
Abschliessende Bemerkungen:
Ein Unternehmen, das seine Produkte in ausländischen
Märkten verkaufen will, soll dies zu tiefstmöglichen
Kosten und grösstmöglichem Nutzen tun. Hier drei
Hinweise:
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1.
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Ausbildung: Die Kosten des
"Learning by doing" sind beim
Erschliessen ausländischer Märkte hoch. Es
lohnt sich, in eine Basisausbildung und/oder
erfahrene Mitarbeiter zu investieren.
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2.
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Kosten der
Informationsbeschaffung: Informationen
sollen von einem vertrauenswürdigen
Anbieter bezogen werden. Falsche (und
vielleicht sogar kostenlose) Informationen können
hohe Folgekosten verursachen und/oder
erfolgreiche Wege gerade nicht aufzeigen.
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3.
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Ansprechperson: Die
(Zeit)kosten der eigenen Sekundärforschung
dürfen nicht unterschätzt werden. Es ist
wichtig, möglichst schnell die richtige
Ansprechperson (mit Erfahrung, Branchen- und
Ortskenntnis) zu finden. Viele Fragen können
so rasch beantwortet werden.
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Quellen:
- W. Niehoff und G. Reitz: Going Global, Strategien,
Methoden und Techniken des Auslandsgeschäfts,
Springer Verlag, Berlin u.a., 2001.
- www.fargate.com (hier v.a. Presse über uns)
Urs Zgraggen, volkswirtschaftlicher
Sekretär der Aargauischen Industrie- und
Handelskammer (AIHK)
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