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Management
Fallstudie: Export
Wie FoamPartner in Japan
Fuss fasste
Ein Artikel im «Cash» vom 8.
November 1996 bringt den Schaumstoff-Spezialisten
FoamPartner und den privaten Exportförderer Fargate
zusammen. Nach Erfolgen in Japan und Taiwan werden
weitere Zielmärkte bearbeitet. Schlüssel zum
Exporterfolg: Die Projektumsetzung.
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V.l.n.r.: Daniel
Isler (Managing Partner Fargate), Judah Chen
(President from Martin Qanta), Steven Kuo
(Vice President), MSC (Fargate Satellite Taiwan) |
«Die Jungfirma Tozai öffnet für
Klein- und Mittelunternehmen den asiatischen Markt»,
schreibt die Wirtschaftszeitung «Cash» am 8.
November 1996. Der Marketingleiter der Fritz Nauer
AG, Wolfhausen, ist beeindruckt. Er greift zum
Telefon und erläutert der Tozai Group AG sein
unternehmerisches Vorhaben: «Als weltweit tätiges
Schweizer Spitzenunternehmen der Schaumstoff-Technik
wollen wir für unsere neue Produktelinie 'Integra'
über Europa hinaus Absatzmärkte erschliessen.»
Unter den Marken INTEGRAswiss® und INTEGRAmed®
werden für den medizinischen und den privaten
Gebrauch therapieunterstützende Liege- und
Schlafsysteme vertrieben.
Langfristige Zusammenarbeit
Das von «Cash» initiierte
Telefongespräch war der Startschuss zu einer
langfristigen Zusammenarbeit im Exportbereich. Wobei
heute beide Partner mit anderen Namen auftreten: Die
Tozai Group AG ist als japanischer Vor-Ort-Stützpunkt
in das Satellitennetz der 1998 gegründeten Fargate
AG integriert worden. Und die Fritz Nauer AG
operiert seit 2000 im weltweiten
Unternehmens-Netzwerk mit der Dachmarke FoamPartner.
«Namentlich zwei Gründe sind ausschlaggebend für
eine Zusammenarbeit mit Fargate», sagt Rita
Kollbrunner, Projektleiterin für 'Integra' bei
FoamPartner: «Erstens das Netzwerk der lokalen
Satelliten und zweitens das erfolgsabhängige
Honorar.» Tatsächlich sind die Kosten für die
Marktabklärungen und für den Marktaufbau, die
Investitionskosten in den Export, tief. Und Fargate
ist sozusagen aus systematischen Gründen von Anfang
an bestrebt, langfristige Kundenbeziehungen
aufzubauen: Honorare fliessen erst dann so richtig,
wenn der vom Exporteur erstrebte Umsatz im Zielmarkt
eintrifft.
Satellit vor Ort
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V.l.n.r: Andreas
Straub (Leiter Geschäftsfeld Komfort und
Pflege), Rita Kollbrunner (Area Sales
Manager & PM INTEGRAmed), Judah Chen,
Steven Kuo |
Auf die Frage, weshalb sie nicht
mit der Osec, der staatlichen Exportförderung,
arbeite, unterstreicht Rita Kollbrunner: «Die Osec
ist vorwiegend als Exportberater tätig. FoamPartner
braucht aber neben der Beratung für den Export
insbesondere die Umsetzung des Projekts. Die junge
Produktelinie 'Integra' verfügt nicht über die
personellen und finanziellen Ressourcen, um mit
eigenen Mitarbeitenden neue asiatische Märkte zu
erschliessen. Auch sind Markteintritte in Asien
nicht allein mit einem qualifizierten Partner und
guten Produkten zu erreichen. Vielmehr spielen das
Verständnis der Mentalität und Kultur sowie die
lokale Sprache im täglichen Geschäftskontakt eine
tragende Rolle. Der von Fargate eingesetzte Satellit
vor Ort ist ein wichtiger Dolmetscher und 'Lehrer'
der fremden Kultur.»
Das Vorgehen
Als Grundlage der Zusammenarbeit
wird am Anfang ein Rahmenvertrag zwischen
FoamPartner und Fargate unterzeichnet. Dann wird der
Fargate-Projektleiter über FoamPartner und die
Produktelinie 'Integra' umfassend informiert. Darauf
wird eine Ausgangsanalyse erarbeitet und ein
Detailkonzept erstellt. Ein Fragebogen für eine gründliche
Analyse und ein Einführungspaket («Intropack»
oder Introduction Package) werden bei der
Projektvorstellung dem Zielmarkt-Satelliten
vorgelegt. Das Einführungspaket umfasst
Informationen über das Unternehmen und das Produkt
sowie Produktemuster. Die Daten über den Zielmarkt,
die Informationen zum lokalen Satelliten und ein
Marktpartnerprofil ermöglichen FoamPartner, eine
Vorentscheidung zu treffen. Das anschliessende
Treffen mit den potenziellen Geschäftspartnern im
Zielmarkt bietet die Gelegenheit für die definitive
Entscheidung und die Vertragsunterschrift.
Zeitbedarf bis zum Erfolg
Rita Kollbrunner berichtet von
unterschiedlichen Erfolgserlebnissen: «In Japan
betrug die Zeit vom Projektstart bis zur
umsatzbringenden Geschäftsbeziehung rund ein Jahr.
In Taiwan hingegen war der Erfolg bereits nach zwei
Monaten eingetreten.» Das ist das Ergebnis der gründlichen
Aufbauarbeit, die es schliesslich ermöglicht, den
richtigen Partner herauszufiltern. Die notwendige
Zeit, das passende Unternehmen zu finden, kann mit
ein wenig Glück verkürzt werden. Rita Kollbrunner:
«Aber unser Beispiel von Taiwan kann sicher nicht
als normaler zeitlicher Massstab genommen werden.
Andere laufende Projekte zeigen, dass in unserer
Branche ein Zeithorizont von sechs bis zwölf
Monaten realistisch ist, um eine funktionierende
Geschäftsbeziehung aufzubauen.»
Betreuung
Der Schweizer Projektleiter ist
und bleibt der Ansprechpartner des exportwilligen
Unternehmens. Und zwar vor allem dann mit einem weit
offenen Ohr, wenn die Betreuung durch den Satelliten
mal nicht den Erwartungen entsprechen sollte. Diese
Offenheit, die Erfahrung und die geeigneten
Massnahmen im richtigen Zeitpunkt sind das Gerüst
der erfolgreichen Betreuung. «Aufgrund der guten
Erfahrungen geht die Zusammenarbeit zwischen
FoamPartner und Fargate mit vollem Dampf weiter. Zur
Zeit sind fünf weitere Projekte in Bearbeitung, die
uns weitere Geschäftsbeziehungen in neuen Zielmärkten
ermöglichen werden», verrät Rita Kollbrunner und
fährt fort: «Jedes Unternehmen, das Exportgeschäfte
in neuen Zielmärkten aufbauen will, sollte den
Einsatz der eigenen Mittel äusserst kritisch prüfen.
Das beste Wissen über einen Zielmarkt bringt noch
keinen Erfolg. Es ist vielmehr die Umsetzung eines
Exportprojekts, die am meisten Mittel verschlingt.
Deshalb sollte genau hier das Hauptaugenmerk liegen.»
Dass sich das lohnt, belegen die Zahlen: FoamPartner
erzielte im Jahr 2000 in Japan mit den dort eingeführten
Produkten einen Umsatz von rund drei Millionen
Franken.
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Das ist Fargate:
Die 1998 gegründete Fargate AG,
Technopark/Zürich, erschliesst für mittlere und grössere
Unternehmen weltweit neue Märkte. Sie vermittelt
umsatzwirksame Geschäftsbeziehungen mit
Marktpartnern in über 35 Ländern. Der
internationale Brückenschlag erfolgt über eigene
Satelliten, die in den Zielmärkten dauernd vor Ort
tätig sind. Das Angebot richtet sich an Schweizer
Unternehmen, mit deren Produkten sich innert nützlicher
Frist ein jährlicher Umsatz von mindestens einer
Million Franken pro Zielmarkt erzielen lässt.
Die beiden Gründer Daniel Isler
und Heinz Zürcher sind mit ihrem eigenen Kapital
und Risiko immer noch voll dabei und leiten das
Geschäft. Das ursprüngliche Investorenduo Dr. Urs
Mühlebach und Christoph Ringier wurde auf fünf
Personen erweitert. Damit konnte das Aktienkapital
Ende 2000 von 100 000 Franken auf fünf Millionen
Franken erhöht werden.
Es besteht ein Netz von über
100 eingespielten Vertragspartnern in den
wichtigsten Exportzielmärkten. Diese so genannten
Satelliten haben in ihrem Markt ein persönliches
Beziehungsnetz und sind mit den lokalen
Gepflogenheiten vertraut. Sie sind in der Lage, für
die Kunden vor Ort Geschäftsbeziehungen aufzubauen.
Wobei die Geschäfte im persönlichen Kontakt
zwischen den beteiligten Partnern entwickelt werden.
Die Marke Fargate sowie die
zugehörigen Internetadressen (COM und CH) sind im
Hinblick auf einen weltweiten Lizenzverbund
systematisch geschützt worden. Die Abwicklung und
Abrechnung der Projekte ist weitgehend
standardisiert und bei Mitarbeitern und Satelliten
eingespielt. Für die notwendige globale
Kommunikation werden Internet-gestützte
State-of-the-art-Technologien eingesetzt. Das ermöglicht
die Zusammenarbeit in virtuellen Projektteams. Und
beschränkt die Kosten und Reiseaktivitäten der
Kunden und aller Projektteilnehmer auf das
notwendige Minimum.
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Das ist Foampartner:
Die Fritz Nauer AG, Wolfhausen,
wurde 1937 gegründet. Zweck: Handel mit Naturschwämmen.
Das war der Beginn der Erfolgsgeschichte eines
Schweizer Klein- und Mittelunternehmens mit dem
Drang, weltweit Geschäfte zu tätigen. Unter der im
Jahre 2000 eingeführten Dachmarke FoamPartner ist
heute ein weltweites Netzwerk von
Schaumstoff-Unternehmen vereint: Fritz Nauer AG,
Wolfhausen/Schweiz; Neutex AG, Hinwil/Schweiz;
Reisgies Schaumstoff GmbH, Leverkusen/Deutschland;
Frina Mouss France SARL, Wittenheim
Cedex/Frankreich; Swisstex Inc., Greenville/USA.
Was 1937 mit dem Handel mit
Naturschwämmen und einige Jahre später mit der
Herstellung von Schaumstoffbasierten
Reinigungsartikeln begann, expandierte nach und nach
zu einem renommierten Globalunternehmen für
Polyuhrethanschaumstoffe und Latex-Schaumgummi. Das
Programm umfasst mehr als 200 verschiedene
Schaumstofftypen. Seit 1999 sind Vertrieb,
Marketing, Produktemanagement und Anwendungstechnik
der Schaumstoffprodukte und Schaumstoff-Kundenlösungen
in vier Geschäftsfelder aufgeteilt: Komfort und
Pflege, Industrie und Verpackung, Automobil sowie
Reinigung und Retail. Im Geschäftsfeld «Komfort
und Pflege» werden für den medizinischen und den
privaten Gebrauch unter den Marken INTEGRAswiss®
und INTEGRAmed® therapieunterstützende Liege- und
Schlafsysteme vertrieben. Die
'Integra'-Produktlinien werden aufgrund von
Langzeitversuchen und klinischen Studien laufend
weiterentwickelt.
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